Fahrrad richtig putzen – Eine persönliche Leidensgeschichte

Nachdem mein geliebtes Mountainbike Fahrraddieben zum Opfer gefallen ist, wollte ich mir erstmal kein neues Fahrrad kaufen. Einen fahrbaren Untersatz wollte ich trotzdem. Ersatz war dann das Mountainbike meines Freundes. In den letzten Jahren eher stiefmütterlich behandelt, habe ich beschlossen, das hässliche Entlein in einen Schwan zu verwandeln. 

Der aktuelle Zustand

Von Staub und Spinnweben mal ganz abgesehen. Man sieht dem Fahrrad an, dass es bislang einfach nur draußen im Fahrradständer stand. Beide Laufräder sind platt und die Mäntel haben auch schon bessere Zeiten gesehen. Auch die Kette ist dick mit Rost überzogen. Die Bremsen lassen sich bis an den Lenker ziehen und bremsen auch nicht wirklich. Und die Reflektoren waren vielleicht mal vollständig, sind es aber schon lange nicht mehr. Ich habe also ein ganzes Stück Arbeit vor mir, danach aber ein Top Fahrrad, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.

Was ich für die Grundreinigung benötigt habe

Eine gute Vorbereitung und die richtigen Materialien erleichtern einem das Putzen ungemein. Das gilt beim Fahrrad putzen genauso, wie im Haushalt. Gut also, dass man viele Mittel schon zuhause hat. Für mein Fahrrad habe ich folgende Hilfsmittel verwendet: 

  • Schwamm
  • Bürste mit langen Borsten
  • Kehrbesen
  • Zahnbürsten
  • Eimer
  • Allzweckreiniger/Spüli (100% biologisch abbaubar)
  • Wasser
  • Einmalhandschuhe
  • Tücher
  • Wartungsöl/Allroundöl
  • Gartenschlauch/Gießkanne

Der Prozess: Fahrrad putzen

Benötigte Zeit: 1 Stunde und 30 Minuten.

So habe ich mein Fahrrad wieder zum glänzen gebracht:

  1. Grobe Reinigung

    Als erstes habe ich das Fahrrad gut gesichert abgestellt und mit einem Kehrbesen vom gröbsten Dreck befreit. Um den hartknackigen Schmutz einzuweichen, habe ich das Fahrrad mit Spüliwasser eingesprüht und das kurz einwirken lassen. Mit einer Bürste und einem Schwamm habe ich dann den Dreck vom Rahmen gewischt. Anschließend habe ich das Fahrrad mit mit einer Gießkanne (alternativ geht auch ein Gartenschlauch) abgewaschen.

  2. Kette putzen

    Nachdem der grobe Schmutz beseitigt war, habe ich mich an die Feinheiten gemacht. In meinem Fall war das die Kette. Auch die Kette habe ich mit Spühlmittelwasser angefeuchtet und mit einer Zahnbürste abgeschrubbt.

  3. Kettenblätter nicht vergessen

    Das selbe habe ich auch mit der Kassette und den Kettenblättern gemacht. Danach einfach alles mit Wasser und einem feuchten Lappen abwischen und gut trockenen lassen.

  4. Grip für die Bremsen

    Um meinen Felgenbremsen wieder mehr halt zu geben, habe ich Felgen leicht angeraut. So kann die Bremse wieder gut greifen.

  5. Ölen der Kette

    Anschließend habe ich die Kette mit Kettenöl geschmiert. Dafür habe ich das Öl direkt auf die Kette tropfen lassen und nach kurzer Einwirkzeit das überschüssige Öl mit einem weichen Tuch wieder abgenommen. Beim Auftragen habe ich darauf geachtet, kein Öl auf die Räder und die Bremsscheiben zu tropfen. Für die volle Funktionstüchtigkeit müssen diese nämlich komplett trocken bleiben.

  6. Noch mehr ölen

    Da ich ein Mountainbike fahre habe ich zusätzlich die Federgabel gesäubert und mit Federgabelöl eingeölt. Den Luftdruck lasse ich dann bei der nächsten Inspektion(Link) von einem Profi überprüfen.

  7. Fahrradschlauch wechseln

    Als letzten Schritt habe ich bei beiden Laufrädern den Schlauch gewechselt (verlinkung), da beide Schläuche sehr spröde waren. Um mein Radl auch nachts sichtbar zu machen, habe ich neue Reflektoren am Fahrrad angebracht. 

Fertig!

Alles in allem habe ich ca. 1.5 Stunden (ohne Trockenzeit) gebraucht. Also zeitlich gesehen ist es kein großer Aufwand, der sich gut an einem Sonntag vormittags erledigen lässt. Der meiste Rost hat sich bei mir durch reine Mechanik gelöst und damit bin ich auch zufrieden. Wer sein Fahrrad wirklich komplett rostfrei haben möchte, kann auf rostlösendes Sprühöl (zum Beispiel WD40) zurückgreifen. Dieses nach dem Auftragen 24 Stunden einwirken lassen und dann mit einem feuchten Tuch nachwischen. Um zu verhindern, dass dein Fahrrad wieder Rost ansetzt kannst du es mit bestimmten Pflegemitteln versiegeln. Diese verhindern, dass sich Schutz und Rost festsetzen. Allerdings muss man das auch regelmäßig auffrischen. Also nur für wahre Fahrradenthusiasten zu empfehlen. 

Regelmäßig putzen spart Zeit

Mit meinem sauberen Fahrrad bin ich nun sehr glücklich. Und so schlimm war es garnicht, mir einmal die Zeit zu nehmen, mein Fahrrad ordentlich sauber zu machen. Ich habe mir auch vorgenommen, das jetzt regelmäßig zu machen. Denn dann dauert es beim nächsten mal auch nicht mehr so lange. Gerade nach Touren durch den Wald oder Fahrten über matschige Wege werde ich das Fahrrad wenigstens abspritzen, um mir so zukünftige Arbeit zu ersparen. Jetzt habe ich auf jeden Fall wieder richtig Lust, mich auf den Sattel zu schwingen und zu fahren. Ob nun in die Arbeit, mit Freunden in den Wald oder auf eine längere Tour in die Natur.

Bereit für die nächste Tour!
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