Fahrrad reparieren: Was kann man selber machen?

Auch wenn du dein Fahrrad regelmäßig vom Profi checken lässt, solltest du es auch während der Saison auf Fahrtüchtigkeit überprüfen. Doch diese kleineren Arbeiten müssen nicht unbedingt von einem in der Werkstatt erledigt werden. Hier reicht schon ein bisschen handwerkliches Geschick und schon bleibt dein Rad immer in Schuss. Wir zeigen dir, was du an deinem Fahrrad entspannt selbst reparieren kannst.

Fahrrad putzen – der erste Schritt zum perfekten Fahrrad

Generell solltest du dein Fahrrad sauber halten, so hat Rost keine Chance und der Check-Up fällt auch leichter. Denn oft geht es bei der Instandhaltung eines Zweirads darum, bestimmte Teile und deren Werte zu überprüfen. Sicherheitsrelevante Teile wie Reifen, Bremsen, Kette und die Beleuchtung sind dabei die wichtigsten Komponenten. Sollte bei diesen Teilen ein Fehler vorliegen, lässt er sich mit wenigen Handgriffen wieder beheben. Wie das geht, zeigen wir dir jetzt!

Platten Fahrradschlauch selber flicken

Ist beim Reifen die Luft raus, ist meist ein Loch im Fahrradschlauch die Ursache. Mit einem Wasserbad lässt sich die undichte Stelle schnell finden. Ein Flick-Set hilft dann bei der Beseitigung des Schadens. Das Lock im Schlauch findest du ganz easy mit Hilfe eines Wasserbades. Dafür füllst du einen kleinen Bottich mit Wasser, pumpst den ausgebauten Schlauch auf und hältst ihn Stück für Stück ins Wasser. An der Stelle, an der der Schlauch ein Loch hat, treten Luftbläschen aus. Diese undichte Stelle markierst du am besten mit einem Wasserfesten Stift. So verlierst du sie nicht. Anschließend kommt dein Flick-Set zum Einsatz. Folge hier einfach der Gebrauchsanleitung deines Sets. Uns schon ist der Fahrradschlauch wieder dicht. Den Schlauch musst du dann nur wieder in den Mantel zurück basteln. Danach nur noch aufpumpen und schon Läuft das Rad wieder.

Fahrrad Mantel austauschen

Um weitere Löcher zu vermeiden ist es ratsam, verschlissene Mäntel schnell auszutauschen. Dazu zählen Mäntel, deren Profil abgefahren ist, die Risse in der Oberfläche haben oder deren Material spröde sind. Auch das geht ganz einfach. Das betroffene Rad abmontieren: Je nach Befestigung des Laufrads brauchst du dafür einen Schaubenschlüssel, einen Imbuss oder du öffnest einfach den Schnellspanner. Dann hebst du das Rad aus der Gabel. Beim Hinterrad ist es etwas komplizierter, da du hier auch noch die Kette abnehmen musst. Danach ziehst du den Mantel mit einem Schraubenzieher von der Felge und den neuen Mantel wieder auf. Dafür muss die Luft aus dem Reifen rausgelassen werden.

Zum Schluss ist der Luftdruck im Reifen zu Prüfen. Am einfachsten geht das mit der Daumenprobe, die wohl jeder schon einmal gemacht hat: Kannst du mit deinem Daumen den Reifen eindrücken benötigt dieser Luft. Möchte man es genauer wissen reicht eine Luftpumpe mit Druckanzeige. Diese zeigt nach dem Anschließen ganz genau, wie hoch dein Reifendruck ist. Für normale Fahrradreifen liegt der Richtwert bei ungefähr 2,4 Bar für beide Reifen. 

Unverzichtbar – Bremsen, die tun was sie sollen

Bremsen, die sich bis zum Lenker durchziehen lassen sind nicht nur ein Verletzungsrisiko für dich sondern auch gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer. Daher sollten diese immer richtig eingestellt sein. Da es mehrere Arten von Bremsen gibt, solltest du dich hier genau informieren, was bei deinen Bremsen zu beachten ist. Die gängigsten Bremsen sind Felgenbremsen und Scheibenbremsen. Felgenbremsen finden ihren Einsatz hauptsächlich an Trekking- und Rennrädern und sitzen an der Felge des Laufrads an.

Ambitionierte Tourenfahrer und Mountainbiker schwören hingegen auf Scheibenbremsen. Diese liegen an einer speziellen Bremsscheibe an, welche an der Radachse befestigt wird. Auf dem Blog von Diamant ist genau erklärt, was bei den verschiedenen Bremsen-Typen zu beachten ist. So kannst du sicherstellen, dass deine Bremsen immer zu 100% zuverlässig funktionieren.

Fahrradkette wechseln oder nur ölen? 

Nach einem langen Winter draußen, hat fast jede Fahrradkette Rost angesetzt. In den meisten Fällen reicht es hier, die Kette zu reinigen und neu zu ölen. Dafür putzt du mit einer Zahnbürste den groben Dreck runter. Anschließend reinigst du die Kette mit einem speziellen Ketten-Reinigungsmittel oder mit Spüli-Wasser. Vor dem erneuten einfetten ist es ganz wichtig, dass du die Kette gut trocknen lässt. Danach ölst du die Kette mit Kettenöl oder Kettenspray wieder ein. Auf Hausmittelchen wie Vaseline, Olivenöl oder Sonnencreme solltest du dabei verzichten, denn diese sind schädlich für deine Kette. 

Muss die Kette tatsächlich gewechselt werden, ist etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt. Die alte Kette muss abgenommen werden und die neue Kette wieder aufgezogen werden. Hierfür benötigst du einen Kettennieter, der die beiden Enden der neuen Kette wieder zu verbinden. Musst du öfter deine Kette wechseln, empfiehlt es sich, ein Kettenschloss einzusetzen. Damit geht das Wechseln schneller von der Hand. Wenn du dir diese Aufgabe nicht zutraust, wende dich an einen Fahrradhändler in deiner Nähe. Den passenden Händler kannst du auf velocollect.de finden. 

Essentiell: die richtige Fahrradbeleuchtung

In den Übergangszeiten ist die Beleuchtung wichtiger denn je. Wirst du im Dunkeln nicht gesehen, kann es schnell zu brenzligen Situationen kommen. Bei der Beleuchtung von Fahrrädern gibt es viele Varianten. Der Klassiker ist der Dynamo, welcher bis vor kurzem laut StVO noch verpflichtend war und deshalb seine akkubetriebenen Konkurrenten immer in den Schatten gestellt hat. Nun sind batteriebetriebene Scheinwerfer und Rücklichter auch zugelassen. Tagsüber bist du zwar nicht verpflichtet, die Lichter mitzuführen. Jedoch musst du auch am Tag in der Lage sein, dein Fahrrad und dich bei schlechten Sichtverhältnissen sichtbar zu machen. Der ADFC rät daher zu einer „Lichtanlage mit LED-Beleuchtung, die von einem Nebendynamo mit Strom versorgt wird. Diese Technik ist sehr zuverlässig und das Licht funktioniert immer, wenn man es braucht.”

Reflektoren zählen ebenfalls zur Beleuchtung und sollten daher nicht vernachlässigt werden. Mindestens 10 Stück sollten an deinem Fahrrad platziert sein: vorne und hinten, an den Pedalen jeweils zwei und an den Laufrädern ebenfalls Minimum 2 Stück pro Rad. 

Für alle Beleuchtungselemente gilt: Sie müssen vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen sein.  Ob dein Licht zugelassen ist, kannst du hier überprüfen.

E-Bike Reparatur – nur für Profis?

Auch dein E-Bike kannst du selbst gut in Schuss halten. Allerdings gibt es hier ein paar Besonderheiten, auf die du achten solltest. Gerade beim Akku und bei der Software sollte man lieber einen Profi um rat fragen. Was hingegen genau so funktioniert, wie bei einem Fahrrad mit Muskelantrieb, ist das Reifen bzw. Schlauch wechseln, Kette ölen und Bremsen Reinigen und einstellen. Auch hier gibt es zahlreiche Tutorials im Netz und auf YouTube. Einen neuen Akku einzusetzen ist ebenfalls kein Problem für einen Laien, jedoch solltest du dich hier beim Kauf von einem Fachhändler beraten lassen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du keinesfalls auf die regelmäßige Wartung deines E-Bikes verzichten. Denn bei den vergleichbar hohen Geschwindigkeit eines E-Bikes ist es sehr wichtig, dass alles richtig sitzt und zuverlässig funktioniert. 

Das richtige Fahrradwerkzeug

Die meisten Sachen hat ein gut sortierter Haushalt schon im Werkzeugkasten. Um jedoch deinen Werkzeugkoffer für die Fahrradreparatur auszustatten sollten folgende Werkzeuge auf keinen Fall fehlen: 

  • Imbus
  • Schraubenzieher (Kreuz- und Schlitzschraubenzieher)
  • Schraubenschlüssel
  • Zangen
  • Reifenheber
  • Fahrradpumpe
  • Reifenflick-Set
  • Kettenniete
  • Pflegemittel (Kettenöl, Entfroster, Schmiermittel etc.)
  • Montageständer 

Es gibt auch fertig zusammengestellte Fahrradwerkzeug-Sets, in denen alle essentiellen Tools bereits zusammengestellt sind. Das empfiehlt sich vor allem für Handwerker Neulinge, denen bis jetzt ein Hammer und zwei Schraubenzieher den Alltag erleichtert haben. Hier muss es aber nicht gleich der XXL-Profikoffer sein. Es reicht auch das Einsteigermodel, welches die nötigsten Werkzeuge zum Fahrrad reparieren beinhaltet. 

Zwei linke Hände? Kein Problem!

Zu vielen Themen findest du auf YouTube ausführliche Tutorials die dir Schritt für Schritt erklären, wie du dein Fahrrad reparieren kannst. Fehlen dir die richtigen Werkzeuge oder du hast nicht den idealen Platz für eine Fahrradreparatur, kannst du dich auch nach einer Selbsthilfewerkstatt in deiner Nähe erkundigen. Oft sind diese kostenlos, wie die Selbsthilfewerkstatt vom ADFC in Berlin. Dort bekommst du auch von ehrenamtlichen Helfern immer den richtigen Tipp für dein Projekt. Außerdem werden dort Kurse angeboten, in denen du die Basics des Fahrradreparierens lernen kannst. 

Also: Krempel die Ärmel hoch und gib deinem Bike ein kleines Make-over. So macht das Fahrradfahren auch gleich viel mehr Spaß!   

Passende Ersatzteile für dein Fahrrad oder den nächsten Händler in deiner Nähe findest du übrigens auf velocollect.de.

  1. Fahrradschlauch

    ist das Loch zu groß, hilft nur noch ein neuer Schlauch. Die richtige Größe steht außen auf dem Mantel des jeweiligen Laufrads.

  2. Mäntel

    Den richtigen Mantel für dein Bike findest du hier.

  3. Werkzeug

    Das passende Werkzeug noch nicht zur Hand? Bei uns wirst du fündig!

  4. Bremsen

    Du willst ein Upgrade für deine Sicherheit? Die besten Bremsen von namhaften Herstellern findest du bei unseren Händlern.

  5. E-Bike Zubehör

    Ein neuer Akku, ein besseres Display, das richtige Licht. Lass dich bei einem unserer Händler beraten.

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